Zeichner im Schnee

Salut für Klemens Brosch. Eine Oper von Peter Androsch nach dem Text von Franz Blaas

Am 17. Dezember 1926 setzt der Linzer Zeichner und Graphiker Klemens Brosch im Alter von nur
30 Jahren auf dem Friedhof am Pöstlingberg seinem Leben ein Ende. Bereits in jungen Jahren Anlass
zu großen künstlerischen Hoffnungen, gehörte Brosch zu der Generation junger Männer, die die
Unmenschlichkeit des Ersten Weltkriegs nur scheinbar unbeschadet überstanden hatten. Zur
Schmerzstillung, aber auch zur psychischen Betäubung verabreichte man den Soldaten in den Schützengräben
bedenkenlos Morphium. So auch Brosch, der nach nur fünf Monaten Kriegsdienst aufgrund
einer Lungenkrankheit ausgemustert wird und drogensüchtig aus dem „Großen Vaterlandskrieg“
heimkehrt. Die Schrecken des Krieges versucht er in zahlreichen erschütternden Zeichnungen zu
verarbeiten. Die Rückkehr in die durch den Weltkrieg ohnehin tief erschütterten, so genannten „geordneten
Verhältnisse“ ist ihm nicht mehr möglich. – Als Auftragswerk des Linzer Landestheaters hat
der Linzer Komponist Peter Androsch auf ein Libretto von Franz Blaas, selbst Maler und Zeichner,
seine nunmehr vierte Oper geschrieben. Das Landestheater steht in engem Kontakt mit der
Landesgalerie Oberösterreich, die die größte Anzahl an Werken des Linzer Malers besitzt und
begleitend zur Uraufführung eine Ausstellung mit Werken von Brosch und Franz Blaas zeigen wird.

Dauer: 100 Minuten

Alle Singstimmen sind ohne Vibrato auszuführen. Eine andere Interpretation ist eine Fehlinterpretation.
Vorzeichen gelten für einen Takt. Aufführungsanweisungen (wie con sord, Wah, pizz, etc.) sind mit jedem Abschnittsende aufgehoben.

Sprecher,
Sprecherin,
2 Sopran,
Bass,
Sopran = Bub ca. 8 Jahre,
Trommlerin,
Trommler,
Tenor,
Bariton,
Alt,
Chor (Sopran, Alt, Tenor, Bass, mindestens 36 Personen),
1 Große Flöte (Altflöte G, Bassflöte),
1 Oboe (EnglischHorn F),
1 Klarinette B (Klarinette A, Bassklarinette B, Kontrabassklarinette B, BassettHorn F),
1 Fagott (Kontrafagott),
2 Hörner F,
1 Trompete B (Trompete C),
1 Posaune (Bassposaune),
1 Elektrische Gitarre, Klassische Gitarre, Fender Rhodes Elektropiano, Wurlitzer Elektropiano, Pianoforte, Hohner Clavinet, Cembalo, Celesta, Violine I, Violine II, Violen, Violoncelli, Kontrabässe.
4 Schlagwerker:
(Antike Zimbeln-Fingerzimbeln),
Becken á due,
Becken (Splash, klein, mittel, groß, China), Binsasara,
Cabaca,
Crotales,
Flexaton,
KofferGlockenspiel,
GlissandoGong,
Gongs (d, a ),
Große Trommel,
Guiro,
Hackbrett,
Handhupen (5 Stück),
Hihat,
Holzklappe = Peitsche,
Kalimba= Mbira,
Kastagnetten,
Kette,
Kleine Trommel,
Lotosflöte,
Löwengebrüll,
Marimbaphon,
Mundhupe,
Mundsirene,
Pauken (Bass, Groß, Kein, Hoch),
Plattenglocke,
Ratsche,
Röhrenglocken (c',g',as',e''),
Sandpapier,
Schlagrassel,
Schlitztrommel,
Schüttelrohr= Shaker,
Seidenpapier,
Sterbeglöckchen,
Tamburin,
Tams (Klein, Groß; wenn nicht näher bezeichnet handelt es sich um das kleine Tam.),
Timbales,
Toms + Bongos (4+2=6),
Triangel,
Vibraphon,
Weingläser

Standardbild

: 2000

Uraufführung:

07.01.2001, Landestheater Linz

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Landestheater Linz

:

Partitur

:

Forum Zeitgenössische Musik