Kompositionen für den Alltag 1

Gsenieruz

Kompositionen für den Alltag (2009/2010):

Es sind Kompositionen, die alltägliche Klangwelten beschreiben und
zusammen mit den Filmszenen eine kleine Geschichte erzählen. Die Texturen und Klangkulissen verdichten sich und entwickeln sich auf unterschiedliche Weise. Ich habe dabei versucht, Umweltgeräusche zu abstrahieren und in eine musikalische Sprache zu übersetzen, dabei spielt aber auch "die subjektive Wahrnehmung" bzw. eine Beschreibung der innerlichen Vorgänge eine Rolle. Klangliche Elemente und konkrete Geräusche sind gleichwertiges Material und bilden in Ihrer charakteristischen Verwendung die Formen und Verläufe der Stücke.
Die Geschichte des Films entwickelt sich auf mehreren Ebenen: Einerseits die Geschichte
zweier Leute die als Kulturtouristen nach Linz reisen und sich begegnen, zum anderen die
Wahrnehmung der alltäglichen Umgebung, die immer mehr ins Surreale kippt. Die Stücke
entwickeln sich von einer freien Klangsprache zu einer tonalen Musik.

für Streichqintett, 2 Schlagwerke, Vibraphon und Electronic
und Videoprojektion

Spielanweisungen:
Den Instrumenten sind jeweils ein Notensystem (ein Kasten) zugeordnet.
Die Zeit ist von links nach rechts abzulesen, die genauen Minuten und Sekunden sind unten angegeben.
Ein “Taktstrich” entspricht 5 Sekunden. Der Dirigent markiert diese fünfsekündigen Abstände und gibt Einsätze zu den
jeweiligen Ereignissen (Ereignis 1, Ereignis 2, usw ..) wie sie in der Partitur eingezeichnet sind.
Das Stück hat keine Tonalität, die Tönhöhen sollen geschätzt werden, die vertikale Höhe der Kästen entspricht dem Tonumfang
des Instruments. Es wird aus der Partitur gespielt, somit hat jeder Instrumentalist mehr Überblick. Die Einsätze der jeweiligen
Ereignisse sollen möglichst genau befolgt werden.
Die Tonhöhen sollten im Zusammenspiel so gewählt werden, daß sich keine erkennbaren Harmonien ergeben (wie Dur, Moll)
und auch keine harmonische Sequenzen. Das Stück ist freitonal, die Interwalle sollten dementsprechend gewählt werden. Es
ist das ganze Frequenzspektrum, auch Mikrtotonalität (Vierteltöne, Achteltön) erlaubt und erwünscht.Streichinstrumente
sollten die Tonhöhen nicht als temperierte Stimmung verstehen, sondern jegliche Tonhöhe ist erlaubt und erwünscht.
Die Tonhöhen sollten immer leicht oder stark variieren, außer es wird ausdrücklich dieselbe Tonhöhe verlangt.
Die langen Töne des Vibraphons werden mit den Bogen gestrichen.

Positionierung auf der Bühne:

Die Musiker sollten Platz auf der Bühne haben, dahinter
eine Leinwand. Das Publikum soll freie Sicht auf die
Bühne und die Leinwand haben. Die Schlagwerke werden
hinter den Streichern aufgestellt und räumlich getrennt.
Die Electronic ist ebenfalls auf der Bühne patziert.
Die Aufstellung kann je nach Anfordernissen variieren.
Die Filmsequenzen wechseln sich mit den Stücken ab,
wobei es eine Überlappung von ca. 10 sec geben soll.
Nur das letzte Stück beginnt gleichzeitig mit dem Film.

Violine I, Violine II, Viola, Violoncello, Kontrabass, Vibraphon, Percussion, Elektronik

Standardbild

: 2009

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Partitur

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Forum Zeitgenössische Musik