VON ZEIT UND EWIGKEIT

für gemischten Chor a capella

nach Texten von Angelus Silesius, Rainer Maria Rilke, Hugo von Hofmannsthal und Alma Maria Koenig

I.
Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit,
So du nur selber nicht machst einen Unterscheid.
(Angelus Silesius, Der cherubinische Wandersmann)

II.
Wir sind die Treibenden.
Aber den Schritt der Zeit,
nehmt ihn als Kleinigkeit
im immer Bleibenden.

Alles das Eilende
wird schon vorüber sein;
den das Verweilende
erst weiht uns ein.
(Rilke, Sonette an Orpheus, Erster Teil, XXII)

III.
Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen...
Und alle Menschen gehen ihrer Wege...

Und süße Früchte werden aus den herben
Und liegen wenig Tage und verderben.

Und immer weht der Wind...
Und Straßen laufen durch das Gras
Und Orte sind da und dort...

Und dennoch sagt der viel, der "Abend" sagt,
Ein Wort, daraus Tiefsinn und Trauer rinnt
Wie schwerer Honig aus den hohlen Waben.
(Hugo v. Hofmannsthal, Ballade des äußeren Lebens)

IV.
Lass mich Vergängliches verwinden,
den Geist und deine Güte finden,
Lass Licht mich tragen zu den Blinden, Herr.

Lass Rosen aufglühn aus den Wunden,
Verzicht erblühn aus schweren Stunden,
Der Ewigkeit und dir verbunden, Herr.
(Alma Johanna Koenig, Gebet)







2016 Aufführungsdauer: ca 8 min.

Standardbild

: 2013

:

Jugendchor Österreich

:

Partitur

:

Forum Zeitgenössische Musik